Der Heilige Geist: Ewig, Allwissend, Allgegenwärtig

Derek Prince
Published: 2019
Last Updated: அக்டோபர் 2026
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Der Heilige Geist ist ewig, allwissend und allgegenwärtig. Anhand des Hebräerbriefs, der Psalmen und der Lehre des Paulus zeigt Derek Prince, wie der Geist uns Gottes Gegenwart und Wissen persönlich nahebringt. Diese Wahrheiten schenken die Gewissheit, dass Gott niemals überrascht wird und Seinem Volk nie fern ist.
Als Christen verstehen wir, dass die Liebe zu Gott grundlegend ist für unser geistliches Leben. Wir können Gott als unseren Vater erkennen und lieben und Jesus, Seinen Sohn, als unseren älteren Bruder – die ersten zwei Personen der Gottheit. Aber wenn es darum geht, den Heiligen Geist zu erkennen und zu lieben, wie soll eine Beziehung mit dieser mysteriösen dritten Person der Gottheit aussehen?
Wie ich im vorherigen Brief sagte, soll Ihnen diese Lehrbriefserie „Wer ist der Heilige Geist?“ helfen zu verstehen, wer der Heilige Geist ist. In diesem Brief werden wir uns weiter mit der dritten Person der Gottheit, dem Heiligen Geist, befassen. Es ist meine Hoffnung, dass Sie, während wir gemeinsam die Bibel durchforschen, in Ihrer Erkenntnis, Bewunderung und Liebe für Ihn wachsen. In diesem zweiten Teil unserer Serie werden wir drei tiefgründig bezeichnende Adjektive betrachten, die auf den Heiligen Geist zutreffen: ewig, allwissend und allgegenwärtig.
Ewig
Meine eigene Beziehung zum Heiligen Geist begann vor vielen Jahren, in den frühesten Tagen, in denen ich das Christentum erkundete. Zum Schluss eines der ersten Pfingstgottesdienste, die ich besuchte, fragte mich der Prediger: „Glauben Sie, dass Sie ein Sünder sind?“ Zu jener Zeit war ich beruflich Philosoph und hatte eben meine Dissertation über „Definitionen“ an der Cambridge Universität vollendet. Unverzüglich suchte ich in meinem Denken einige der möglichen Definitionen eines „Sünders“. Ihrer alle trafen exakt auf mich zu! Also antwortete ich: „Ja, ich glaube ein Sünder zu sein!“
Der Prediger fuhr fort: „Glauben Sie, dass Christus für Ihre Sünden gestorben ist?“ Ich überdachte die Frage und antwortete: „Um ganz ehrlich zu sein, verstehe ich nicht, was denn der Tod von Jesus Christus vor zwanzig Jahrhunderten mit den Sünden zu tun haben könnte, die ich während meiner Lebzeit begangen habe.“
Der Prediger war weise genug, seine Argumente nicht weiter zu ziehen. Ich aber weiß, dass er für mich betete! Einige Tage später hatte ich eine mächtige Begegnung mit Jesus Christus, welche den Kurs meines Lebens radikal veränderte. Vor allen Dingen wurde die Bibel ein lebendiges, bedeutendes Buch für mich.
Einige Zeit später las ich in Hebräer 9,14 von „Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist ohne Fehler Gott dargebracht hat.“ In dem Augenblick verstand ich die Signifikanz des Wortes „ewig“. Seine Bedeutung gründet so viel tiefer als etwas, das extrem lange andauert. Es weist auf etwas hin, das jede Zeiteinschränkung sprengt - etwas, das gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinschließt.
Der Opfertod Jesu am Kreuz war nicht an jenen Zeitpunkt des Geschehens gebunden. Vielmehr wurden dadurch die Sünden der ganzen Menschheit zu allen Zeiten - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - miteingeschlossen. Dazu gehörten auch restlos alle Sünden, die ich 20 Jahrhunderte später begehen würde.
Von Zeitalter zu Zeitalter
Das griechische Adjektiv „ewig“ hat eine unergründliche Tiefe an Bedeutung. Es ist abgeleitet vom Hauptwort aion, woher das englische Wort „aeon“ (Äon, die Ewigkeit) kommt. Ein aion (Äon) ist eine Zeitmessung und taucht in verschiedenen Ausdrücken auf, wie z.B. in den folgenden buchstäblichen Übersetzungen:
Hebräer 7,24: "dieser aber, weil er in Ewigkeit [griech. Äon] bleibt, hat ein unveränderliches [unübertragbares] Priestertum" (LUT). Das bedeutet für die Dauer des gegenwärtigen Zeitalters.
Judas 25: „vor aller Zeit und jetzt und in alle Ewigkeiten!“ (Äonen)
Galater 1,5: „… von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (Äonen zu Äonen).
Es fällt auf, dass die englischen Übersetzungen der Bedeutungstiefe der griechischen Bezeichnungen nicht annähernd gerecht werden. Diese und ähnliche Aussagen erfüllen mich mit Ehrfurcht. Ich komme mir vor wie ein winziger Tropfen in der Schwebe über einer bodenlosen Kluft, die zwei für mich unerreichbar hohe Berge trennt. Mein Verstand kann nicht vollständig begreifen, dass es auch nur ein Zeitalter geben könnte, das aus Zeitaltern besteht, geschweige denn, dass es Zeitalter gibt, die wiederum aus solchen Zeitaltern bestehen. Der Heilige Geist jedoch umfasst sie alle von der unermesslichen Vergangenheit bis hin zur unermesslichen Zukunft.
Erst jetzt beginne ich auf eine neue Weise etwas von der Aussage zu verstehen, mit der Gott im Himmel ununterbrochen angebetet wird:
„Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt“ (Offb 4,8).
Allwissend
Nahe verwandt mit der ewigen Natur des Heiligen Geistes ist Seine Allwissenheit. In 1. Johannes 3,20 konfrontiert uns der Apostel mit einer tiefgründigen, jedoch schlichten Offenbarung: Gott weiß alles.
„Gott [ist] größer als unser Herz und erkennt alle Dinge“ (1 Joh 3,20).
Es gibt nichts, das Gott nicht weiß. Vom kleinsten Insekt auf der Erde bis hin zum entferntesten Stern im Weltall gibt es nichts, worüber Gott nicht vollumfänglich Bescheid weiß.
Gott weiß über Dinge in unserem Leben Bescheid, wovon wir selber keinerlei Kenntnis haben. Zum Beispiel kennt Er die Anzahl der Haare auf unserem Kopf (Matt 10,30).
Gott kannte die genaue Einwohnerzahl von Ninive (Jona 4,11). Er kannte - und kontrollierte - den Wuchs jener Pflanze, die Jona Schatten gab. Er wusste ebenfalls - und kontrollierte - die Aktivität des Wurmes, welche die Pflanze zerstörte (Jona 4,6-7).
„Gott der HERR aber ließ einen Rizinus wachsen; der wuchs über Jona … Aber am Morgen, als die Morgenröte anbrach, ließ Gott einen Wurm kommen; der stach den Rizinus, dass er verdorrte“ (Jona 4,6-7).
In 1. Korinther 2,9-10 redet Paulus über Dinge, die „… kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist …“ Dann fährt er fort: „Uns aber hat Gott es geoffenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.“
Der Heilige Geist ergründet die tiefsten Tiefen und erklimmt die höchsten Höhen aller Dinge, die waren, die sind, und die kommen werden. Sein Wissen ist unendlich. Er kennt also auch uns bis in die innersten Tiefen, und Er möchte, dass wir Ihn kennenlernen! Im Licht dieses unendlichen Wissens muss jeder von uns Rechenschaft vor Gott abgeben. „… und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben“ (Hebr 4,13).
Gott hat alles unter Kontrolle
Wenn wir die Vollständigkeit der Erkenntnis Gottes erfassen - und insbesondere Seine Vorkenntnis -, wird uns zutiefst bewusst, dass, was immer auch geschehen mag, Gott nie von etwas überrascht sein wird. Im Himmelreich gibt es schlichtweg keine unerwarteten Ereignisse. Gott kennt nicht nur das Ende vom Anfang, Er selbst ist der Anfang und das Ende (Offb 21,6). Er behält immer die totale Kontrolle.
Vor allen Dingen kennt Gott jene, die Er auserwählt hat, um mit Ihm die Ewigkeit zu verbringen.
„Denn die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern“ (Röm 8,29).
Wenn wir dank der Barmherzigkeit und Gnade Gottes jenes herrliche ewige Ziel erlangen, wird Jesus bestimmt keinen mit den Worten empfangen: „Dich habe ich hier nie erwartet!“ Vielmehr wird Er sagen: „Mein Kind, ich habe auf dich gewartet. Wir konnten uns so lange nicht zum Hochzeitsmahl setzen, bis du gekommen bist.“
Ich glaube, dass jedes Gedeck an der Hochzeitstafel mit Personennamen versehen sein wird. Bis die Zahl der Erlösten erfüllt ist, wartet Gott mit unermesslicher Geduld, „da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen“ (2 Petr 3,9).
Allgegenwärtig
Wenn wir sagen, dass Gott allgegenwärtig ist, meinen wir, dass Er überall gleichzeitig präsent ist. In Jeremia 23,23-24 bestätigt Gott selbst Folgendes:
„Bin ich denn nur Gott in der Nähe, spricht der HERR, und nicht auch Gott in der Ferne? Oder kann sich jemand so heimlich verbergen, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde?, spricht der HERR.“ (SLT)
Wie ist das möglich? Wir wissen, dass Gott auf Seinem Thron im Himmel sitzt, mit Jesus zu Seiner Rechten. Wie also vermag Er Himmel und Erde mit Seiner Gegenwart zu füllen?
In Psalm 139,7-12 liefert David die Antwort. Zuerst fragt er:
„Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht?“
Daraus erkennen wir, dass sich Gottes Gegenwart durch Seinen Geist überall gleichzeitig offenbart. Dann ergänzt David mit weiteren Details:
„Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da. Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende der Meere, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich verbergen und Nacht sei das Licht um mich her: Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.“
Ganz egal wo wir auch hingehen, Gott ist dort durch Seinen Geist - unsichtbar, oft nicht wahrnehmbar, aber unentrinnbar. Dem Ungläubigen kann dies ein beängstigender Gedanke sein, aber für den Glaubenden bedeutet es tröstende, stärkende Gewissheit. Unabhängig davon, wo wir uns befinden, „auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen.“
Im Neuen Testament versichert uns Jesus selbst: „Ich will dich nicht aufgeben und dich niemals verlassen“ (Hebr 13,5; SLT). Es gibt Zeiten, in denen wir uns in keiner Weise der Gegenwart Gottes bewusst sind, aber durch Seinen Heiligen Geist ist Er da. Unsere Umgebung mag finster erscheinen, aber „die Finsternis würde vor dir nicht verfinstern …“
Jeder von uns bedarf der Pflege einer inneren Sensibilität gegenüber dem Heiligen Geist, die nicht von äusseren Empfindungen abhängig ist. Wenn unsere Sinne uns nichts über Seine Gegenwart sagen oder Ihn auch zu negieren scheinen, sollte es einen Bereich im Innersten unseres eigenen Geistes geben, worin wir uns ununterbrochen der Gegenwart des Heiligen Geistes bewusst sind. Erst dann werden wir umfassender verstehen, weshalb Ihm die Bezeichnung „der Tröster“ oder „der Helfer“ (Joh 14,26) gegeben wurde.
Gibt es denn ein passenderes Briefende als unseren gemeinsamen Dank gegenüber dem Vater und dem Sohn, dass sie uns den Heiligen Geist gesandt haben auszudrücken? Schließen Sie sich mir in folgendem Gebet mit an?
Prayer Response
Lieber himmlischer Vater, danke, dass Du mir den Heiligen Geist gesandt hast, meinen Tröster und Helfer. Auch wenn ich es nicht spüre, danke ich Dir, dass Er immer bei mir ist, mich stärkt und mir durch Seine Gegenwart Gewissheit gibt. Danke für Seine Kraft und dafür, dass Er mich und die Menschen, die ich liebe, beschützt. Vater, ich bitte Dich jetzt: Lass mich in eine tiefere Beziehung zum Heiligen Geist hineinwachsen. Hilf mir, Ihn so zu lieben und zu ehren, wie ich es tun sollte. Und ich danke Dir schon im Voraus für die Erhörung meines Gebets. All dies bitte ich im Namen Deines kostbaren Sohnes Jesus. Amen.

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