Hoffnung (Teil 1)

Teaching Legacy Letter
*First Published: 2017
*Last Updated: März 2026
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Vielleicht bist du mit dem Spruch vertraut: «Wo Leben ist, gibt es Hoffnung.» In dieser Aussage ist ein gutes Stück Wahrheit. Aber das Gegenteil ist ebenso wahr: «Wo es Hoffnung gibt, da ist Leben.» Ich bin der Ansicht, Hoffnungslosigkeit gehört zu den traurigsten Erfahrungen menschlicher Existenz – und heute sind ungezählte Millionen in unserer Welt hoffnungslose Menschen. Aber Gott sei Dank, du und ich, wir brauchen nicht ohne Hoffnung zu sein!
Ich glaube, echte Hoffnung, wie sie uns in der Schrift präsentiert wird, kann jemandem eine völlig neue Sicht des Lebens eröffnen.
Ewige Fundamente
Als Einleitung zum Thema Hoffnung möchte ich auf Kapitel 13, Vers 13 des ersten Korintherbriefes eingehen, wo Paulus schreibt:
«Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die grösste unter ihnen.»
In diesem Vers präsentiert uns Paulus drei grossartige, bleibend gültige, geistliche Wahrheiten des christlichen Glaubens. Viel von dem, was wir im Leben erfahren, kommt und geht, und manches mag wichtig und bedeutsam sein für einen Abschnitt oder eine bestimmte Situation in unserem Leben, mit der wir konfrontiert sind. Diese drei Dinge bleiben jedoch für immer: Glaube, Hoffnung, Liebe.
Die meisten Christen haben einiges an Predigten zum Thema Glaube gehört und ebenso über Liebe. Aber im Allgemeinen hat man relativ wenig von Hoffnung predigen hören. So war das auch bei mir vor Jahren, als ich wirklich Hilfe nötig hatte von Gott. Ich hörte viele Botschaften, die sich mit Glauben beschäftigten, und ich hatte auch einiges über Liebe gehört. Die Botschaft, die ich jedoch in meiner damaligen Situation nötig hatte, war Hoffnung. Um meinem Bedürfnis entgegenzukommen, führte mich der Heilige Geist direkt in die Schrift. Mir waren keine Predigten bekannt zum Thema Hoffnung. Aber es war das Wort Gottes, das der Heilige Geist gebauchte, um meiner Not zu begegnen.
Als Folge meiner eigenen Erfahrung und meinem tiefen Bedürfnis nach Hoffnung, ist es mir ein besonderes Anliegen, dass die Wichtigkeit von Hoffnung erkannt wird. Ich vertraue darauf, dass das, was ich zu diesem Thema sage, dir helfen wird, zu verstehen, was Hoffnung ist, wie wichtig sie ist, und wie du sie haben kannst.
Hoffnung ist wesentlich
Hoffnung ist nötig, um Glauben und Liebe zu erhalten. Im weiteren Verlauf dieser Reihe von Lehrbriefen plane ich auf verschiedenen Wegen zu zeigen, dass unser Glaube ohne Hoffnung verblassen und unsere Liebe scheitern würden. Daher ist Hoffnung keine Option; sie ist eine Komponente, welche für das Christenleben wesentlich ist.
Wie ich bereits sagte, gibt es diesen gängigen Ausspruch: «Wo Leben ist, gibt es Hoffnung.» Ich denke, da steckt viel Wahrheit drin. Aber lasst es mich nochmals sagen, denn das Gegenteil ist ebenso wahr: «Wo es Hoffnung gibt, da ist Leben.» Und umgekehrt «Wo keine Hoffnung ist, ist auch kein Leben.» Nach meiner Meinung ist Hoffnungslosigkeit einer der traurigsten Zustände menschlicher Erfahrung. Ich kann mir kaum etwas Traurigeres vorstellen als Hoffnungslosigkeit – und ungezählte Millionen in unserer Welt sind hoffnungslose Menschen. Aber Gott sei Dank, du und ich, wir brauchen nicht hoffnungslos zu sein.
Zusammenarbeiten
Um unser Verständnis von Hoffnung zu erweitern, wollen wir den 1. Thessalonicherbrief, Kapitel 1, Verse 2 bis 4 betrachten. Paulus präsentiert uns ein Bild von Gottes Volk, den Christen in Thessaloniki, die ihr volles Erbe geniessen. Sie haben Glauben, sie haben Hoffnung und sie haben Liebe. Beachtet, er nennt alle drei Tugenden und dankt Gott für alle. Paulus sagt hier:
«Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unseren Gebeten und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus. Brüder und Schwestern, von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid.»
Es ist offensichtlich: der geistliche Zustand dieser Christen in Thessaloniki überzeugte Paulus, dass das wirklich von Gott erwählte Menschen waren. Was er in ihnen erkannte, waren diese drei bleibenden geistlichen Realitäten: Glaube, Liebe und Hoffnung. In seinem Lob für sie verwendet er Ausdrücke, welche typisch sind für diese drei Wahrheiten. Er redet von dem Werk des Glaubens, der Arbeit in Liebe und dem Ausharren in Hoffnung. In den nachfolgenden Abschnitten werden wir das Augenmerk auf jeden dieser Ausdrücke richten und uns darüber Gedanken machen.
Allem voran findet Glaube seinen Ausdruck durch Werke, oder Handlungen. Glaube, der nicht tätig ist, ist toter Glaube. In Galater 5, 6 sagt es Paulus so:
«… denn in Christus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnitten sein etwas, sondern der Glaube, der durch Liebe wirksam wird.»
Beachte, Glaube wirkt durch Liebe. Im Jakobusbrief wird dasselbe auf eine andere Art ausgedrückt. In Jakobus 2, 26 lesen wir:
«Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist der Glaube ohne Werke tot.»
Da sehen wir, charakteristischer Ausdruck des Glaubens sind Werke. Es ist gelebter Glaube. Es sind Taten, die das Ergebnis unseres Glaubens sind und unseren Glauben zum Ausdruck bringen. Glaube ohne Werke ist toter Glaube.
In der oben zitierten Schriftstelle redet Paulus zu den Thessalonichern von ihrer Tätigkeit der Liebe als von ihrer Arbeit in der Liebe. Dieses Wort steht für wirklich harte Arbeit. Ist das nicht typisch für echte Liebe? Wahre Liebe sitzt nicht einfach nur herum und hat Mitleid. Liebe macht sich da nützlich, wo Taten gefragt sind, rollt die Hemdsärmel hoch und tut etwas Greifbares. Wahre Liebe bedeutet Arbeit. Es verlangt einen Preis, vielleicht Müdigkeit, vielleicht Schlaflosigkeit. Liebe arbeitet. Sie ist nicht bloss passives Gefühl. Liebe ist eine aktive, treibende Kraft, die Menschen zu aufopfernden Taten für andere bewegt.
Und ebenfalls in der Schriftstelle von vorhin finden wir auch den Satz betreffend Hoffnung. Paulus redet zu den Christen in Thessaloniki von der Unerschütterlichkeit ihrer Hoffnung. Und wir sehen da auch: Hoffnung erzeugt Standhaftigkeit, Ausdauer, Beharrlichkeit. Ohne diese Qualitäten Standhaftigkeit, Ausdauer und Beharrlichkeit, welche die Hoffnung nach sich zieht, können wir leicht die Vorteile der beiden anderen Tugenden verlieren, nämlich Glaube und Liebe.
Die Quelle der Hoffnung
Woher kommt Hoffnung? Wie können wir zu dieser Hoffnung gelangen, die so echt und wichtig ist? Die Antwort ist, diese Hoffnung ist das direkte Resultat der neuen Geburt. Es ist die unmittelbare Folge der Wiedergeburt durch den Heiligen Geist aus dem Glauben an Jesus Christus. Sie kommt nicht durch allgemeinen Glauben an Jesus Christus, sondern viel mehr durch spezifischen Glauben an seinen Tod, sein Begräbnis und seine Auferstehung. Diese Wahrheit bestätigt uns Petrus in seinem 1. Petrusbrief, Kapitel 1, Vers 3:
«Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner grossen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.»
Beachte die sehr wichtige Wendung: «… wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.». Das sagt uns, wenn wir an den stellvertretenden Tod Jesu am Kreuz glauben und an die Auferstehung von den Toten durch die Kraft Gottes, dass wir so zur Wiedergeburt gelangen; wir erfahren eine neue Geburt. Wir werden in eine neue lebendige Hoffnung hinein geboren. Nicht bloss eine tote Theologie, sondern eine lebendige, pulsierende Hoffnung.
Hoffnung wird uns zuteil durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Wir müssen klar verstehen: dies ist die fundamentale historische Grundlage all unserer Hoffnung. Die Basis, die Grundlage wahrer Hoffnung ist die Auferstehung Jesu. Ohne Auferstehung Jesu wäre das Leben hoffnungslos. Die Auferstehung Jesu macht unsere lebendige Hoffnung aus.
Hoffnung bleibt bestehen
Es ist wichtig zu verstehen, Hoffnung muss bleiben bis zur Vollendung unserer Erlösung. Wir haben bereits ein Zitat aus dem ersten Petrusbrief angesehen. Eine andere lebenswichtige Wahrheit im gleichen ersten Kapitel dieses Briefes steht in Vers 13:
«Darum umgürtet die Lenden euerer Gesinnung, seid nüchtern und setzt euere Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteilwird durch die Offenbarung Jesu Christi.»
Petrus sagt hier, der Prozess der Errettung ist noch nicht vollendet. Sie wird schliesslich vollzogen werden bei der Offenbarung Jesu Christi. In der Zwischenzeit werden du und ich unsere Hoffnung vollständig auf dieses für uns noch zukünftige Geschehen fixieren müssen. Anders gesagt, das letztendliche Ziel christlicher Hoffnung ist das Wiederkommen unseres Herrn Jesus Christus und seine Offenbarung bei seiner Wiederkunft. Auf unserem Weg durch dieses Leben müssen wir diese Aufforderung von Petrus befolgen. Wir sollen unsere Hoffnung auf die Gnade und den Segen richten, welche wir erfahren, wenn Jesus in Herrlichkeit wiederkommt.
Bis zum Ende
Ähnlich diesem wichtigen Prinzip weist der Verfasser des Hebräerbriefes in Hebr. 3, 6 auf eine weitere sehr wichtige Facette der Hoffnung hin:
«Christus aber war treu als Sohn über Gottes Haus. Sein Haus sind wir, wenn wir den Freimut und den Ruhm der Hoffnung festhalten.»
Beachtet bitte wieder: diese Hoffnung muss festgehalten werden bis zum Ende. Du und ich dürfen nicht aufhören zu hoffen, bis sich unsere Hoffnung im Ereignis erfüllt. Darum gibt uns der Schreiber des Hebräerbriefes diese Ermahnung. Um Teil von Gottes Volk zu bleiben, müssen wir an unserem Vertrauen festhalten und uns unserer Hoffnung rühmen – bis zum Ende.
Die Art der Hoffnung, die wir beibehalten sollen, ist nicht bloss eine passive, innere Erwartung. Sie ist vielmehr etwas, was uns stark und zuversichtlich sein lässt. Es ist eine Hoffnung, in der wir uns rühmen können; natürlich nicht uns selbst, sondern im Herrn.
Diese Anweisung zum Rühmen und unsere Hoffnung verbal zum Ausdruck zu bringen, ist Teil dessen, was Gott für uns bereitgestellt hat. Sie geht mit der Hoffnung einher, und die Hoffnung wiederum geht mit dem Glauben und der Liebe einher. Wir müssen dieses zuversichtliche Rühmen unserer Hoffnung, diese ständige Bekräftigung unserer Erwartung des Kommens des Herrn Jesus bis zum Ende unseres Lebens oder dem Kommen von Jesus Christus aufrechterhalten.
Es gibt Hoffnung
Lass mich diesen ersten Abschnitt des diesjährigen Themas „Hoffnung“ abschliessen, indem ich dir eine Frage stelle. Hast du Hoffnung? Kannst du ehrlich sagen, dass du die lebendige Hoffnung hast, die wir in dieser biblischen Erkundung dieses Themas untersucht haben? Oder würdest du dich selbst in einem ähnlichen Zustand beschreiben, wie ich ihn vor der Krise hatte, ehe der Heilige Geist mir die Augen öffnete?
Ist deine Antwort unsicher, dann lass uns jetzt zusammen handeln. Ich lade dich ein, den Herrn zu bitten, dass er Lebenshoffnung in unsere Herzen senkt. Willst du dich mir im Gebet anschliessen?
*Prayer Response
Herr, ich bin mir nicht sicher, dass ich das Mass an lebendiger Hoffnung habe, das ich brauche. Was wir bisher betrachtet haben in deinem Wort, zeigt mir, dass diese Hoffnung eine mächtige Kraft in meinem Leben sein kann. Ich brauche das, Herr. Bitte fang jetzt an zu wirken, diese wahre Lebenshoffnung in mein Herz zu senken. Amen.
Code: TL-L114-100-DEU