Mit Christus herrschen

Derek Prince
*First Published: 1994
*Last Updated: Mai 2026
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„Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden?“ (1. Kor. 6,2)
Indem Gott uns das Heil schenkt, erreicht er zwei Dinge auf einmal: Einerseits rettet er uns dadurch vor der Hölle, wofür wir Ihm ewig dankbar sein sollten; andererseits bereitet er sich dadurch ein Volk, das mit Christus den Thron teilen wird.
Bevor Sie weiterlesen, sollten Sie kurz innehalten und darüber nachdenken, was es für Sie als Christ bedeutet, sich ganz persönlich darauf vorzubereiten, bis in Ewigkeit mit Christus zu herrschen. Ruth und ich haben die Erfahrung gemacht, dass uns der Heilige Geist immer nachdrücklicher darauf hinweist, wie wichtig es ist, sich schon jetzt auf unsere ewige Bestimmung vorzubereiten.
Verheißungen der Herrschaft
„Wahrlich, ich sage euch: Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auch ihr werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen wird, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.“ (Mt. 19,28)
„Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben; und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden …“ (Offb. 2,26-27)
Vorbereitung auf die Herrschaft
Um dieser gewaltigen Verantwortung, mit Christus zu herrschen, gerecht werden zu können, müssen wir uns sorgfältig vorbereiten. Es reicht nicht zu sagen, man sei wiedergeboren. Im folgenden nennen wir die wichtigsten Anforderungen, um mit Christus herrschen zu können.
1. 1. Beharrlichkeit
„Ihr aber seid es, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Versuchungen; und ich verordne euch, wie mein Vater mir verordnet hat, ein Reich, dass ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Reich und auf Thronen sitzt, die zwölf Stämme Israels zu richten.“ (Lk. 22,28-30)
Am Anfang hatte Jesus viele Jünger, doch nur zwölf Männer folgten ihm unermüdlich bis zum Ende nach, und sie allein wurden für würdig befunden, mit ihm über Israel zu herrschen (durch seinen Verrat verwirkte sich Judas Ischariot das Recht auf einen Thron, den statt dessen ein anderer bekam – vgl. Apg. 1,15-26).
„Denn wenn wir mit ihm gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir ausharren, werden wir auch mit ihm herrschen …“ (2. Tim. 2,11-12a; wörtl. a. d. Engl.)
Wenn wir mit Christus ganz oben stehen wollen, müssen wir vorher mit ihm sterben und anschließend durch viele Versuchungen hindurch bis zum Ende ausharren.
2. Sanftmut, Armut im Geist
„Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“ (Mt. 5,3)
„Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“ (Mt. 5,5)
Gott bietet sein Reich nicht jenen an, die arrogant sind oder sich behaupten wollen, sondern nur jenen, die erkannt haben, dass sie aus sich selbst heraus einer solchen Ehre ganz und gar unwürdig sind. Samuels Mutter Hanna verkündete in ihrem Siegeslied:
„Er [Gott] hebt den Geringen aus dem Staub empor, aus dem Schmutz erhöht er den Armen, um ihn unter die Edlen zu setzen; und den Thron der Ehre lässt er sie erben.“ (1. Sam. 2,8)
Tausend Jahre später verkündete die Jungfrau Maria in einem noch gewaltigeren Siegeslied dieselbe Wahrheit:
„Er hat Mächtige von Thronen hinabgestoßen und Niedrige erhöht.“ Lk. 1,52
3. Reinheit
„Der [Christus] hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in guten Werken.“ (Tit. 2,14)
Christus erkennt all jene als sein Eigentumsvolk an, die er von aller Gesetzlosigkeit losgekauft und für sich selbst gereinigt hat.
Doch dieser Reinigungsprozess hat zwei Komponenten – eine göttliche und eine menschliche. In 1. Joh. 3,2-3 spricht der Apostel von unserer Hoffnung, bei der Wiederkunft Christi ihm gleich gemacht zu werden; fügt jedoch hinzu: „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie auch jener rein ist.“. Christus wird nur jene reinigen, die initiativ werden und sich selbst reinigen. Darüber hinaus kennt Gott nur einen Maßstab für Reinheit – rein sein, wie Jesus rein ist.
In 1. Petr. 1,22 lesen wir, wie wir unsere Seele reinigen können, nämlich durch den „Gehorsam gegen die Wahrheit“, der „ungeheuchelte Bruderliebe“ bewirkt. Eine gereinigte Seele ist eine Seele voll Liebe.
4. Liebe zur Wahrheit
Satan verblendete Adam und Eva, um sie zur Rebellion gegen Gott anzustacheln, und das ist noch immer seine Hauptwaffe gegen die Menschheit. In Offb. 12,9 wird er als „die alte Schlange …, die den ganzen Erdkreis verführt“ bezeichnet.
In 2. Thess. 2,9-11 warnt Paulus, der Antichrist werde die Verkörperung dieser satanischen Taktik schlechthin sein; er werde Zeichen und Wunder der Lüge wirken und damit alle verblenden, die die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben.
Folglich gibt es nur einen Schutz: Wir müssen die Liebe zur Wahrheit bekommen. Wer sich dagegen wehrt, wird nicht nur von Satan hinters Licht geführt werden; Gott selbst wird ihm eine „wirksame Kraft des Irrwahns“ schicken.
Die Wahrheit zu lieben heißt nicht, sich an ein religiöses Regelwerk zu halten (auch wenn es noch so orthodox sein mag); die Wahrheit zu lieben heißt nicht einmal, in der Bibel zu lesen und täglich Stille Zeit zu machen. Die Liebe zur Wahrheit erfordert den uneingeschränkten und festen Entschluss, Gottes Wort zu glauben und ihm zu gehorchen, und zwar ohne jeden Kompromiss.
Zur Zeit Jesu erkannten viele Juden, dass dieser der Messias war, doch aus Angst vor den religiösen Autoritäten erkannten sie ihn nicht an, „… denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott“ (Joh. 12,43). Das ist das zentrale Merkmal eines Kompromisses. Jeder von uns muss sich fragen: Was bedeutet mir mehr: Die Zustimmung Gottes, oder der Menschen?
In Spr. 23,23 gibt uns Salomo folgenden Rat: „Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht …“ Die Wahrheit ist nicht billig zu haben. Es ist dazu viel Zeit im Gebet und für das Bibelstudium erforderlich sowie die praktische Anwendung des Gelernten im Alltag. Das muss Vorrang haben vor den zahllosen Formen billiger Unterhaltung, die uns unsere säkulare Kultur bietet, und fordert Einsatz und Engagement bis an unser Lebensende.
Salomo warnt auch davor, die Wahrheit nicht zu verkaufen.Wir können der Versuchung erliegen, auf Kosten der Wahrheit populär werden zu wollen, indem wir die harten Aussagen Jesu auslassen und ein Evangelium präsentieren, das keine Opfer fordert, sondern einen einfachen Weg durchs Leben verspricht. Doch damit würden wir die Warnung Jesu „Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden“
Lügen strafen. Mt. 7,14 Wenn Sie den aufrichtigen Wunsch haben, das Reich Christi mit ihm zu teilen, möchte ich Ihnen empfehlen, die zitierten Schriftstellen mehrmals sorgfältig zu lesen und darüber nachzudenken, wie sie auf Ihr Leben angewandt werden können. Wenn Sie der Heilige Geist auf Lebensbereiche hinweist, in denen Sie hinter dem Ziel zurückbleiben, bitten Sie ihn um Hilfe für die notwendigen Veränderungen. So werden Sie als Christ wachsen und Erfüllung finden.
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